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Karrieresprungbrett Handwerk: Betriebsbesuch bei Metallbau Schillinger

Freudenstein und Rieger betonen Potenzial der beruflichen Ausbildung

30.07.2015 | Regensburg

„Was bewegt das Handwerk in Sachen Ausbildung?“ Dieser Frage gingen Bundestagabgeordnete Dr. Astrid Freudenstein und Landtagsabgeordneter Dr. Franz Rieger nach. Gemeinsam mit dem Präsidenten der Handwerkskammer, Dr. Georg Haber, und Ausbildungsberater Otto Pömmerl besuchten Rieger und Freudenstein die Firma Metallbau Schillinger und tauschten sich mit Firmenchef Peter Schillinger und Seniorchef Gerd Schillinger aus. Fazit: Das Handwerk bietet große Karrierechancen. Dies ist nur leider in der Öffentlichkeit viel zu wenig bekannt.

„Wir sind sehr beeindruckt von der großartigen Arbeit, welche die Firma Schillinger und viele andere Handwerksbetriebe für den Wirtschaftsstandort Regensburg und bei der Ausbildung unserer Jugendlichen leisten!“ betonten Rieger und Freudenstein und fügten hinzu: „Der direkte Austausch mit den Handwerksorganisationen und den ausbildenden Betrieben ist uns sehr wichtig, um Impulse für unsere politische Arbeit mitzunehmen!“

Die Metallbaufirma hat 86 Mitarbeiter, davon 20 in der Verwaltung und der Arbeitsvorbereitung. Im Moment bildet der Betrieb acht Lehrlinge aus. Der Familienbetrieb in 3. Generation findet immer guten Nachwuchs, bemerkt aber auch, dass die Bewerber weniger werden. „Der Wettbewerb um die besten Köpfe ist in vollem Gange,“ stellte Dr. Haber, Präsident der Handwerkskammer fest. Der demografische Wandel hinterlasse seine Spuren und immer mehr Jugendliche strebten heute statt einer dualen Ausbildung eine akademische Laufbahn an. „Dabei gibt es gerade im Handwerk enorme Karrierechancen, die so manche akademische Laufbahn locker in den Schatten stellen,“ bemerkten Freudenstein und Rieger. Verschiedene Imagekampagnen, darunter eine des Bayerischen Wirtschaftsministeriums und eine des Zentralverband des Deutschen Handwerks, sollen dafür sorgen, dass dies bei den Jugendlichen, aber auch bei den Eltern und Entscheidungsträgern besser bekannt wird. Diese Kampagnen zeigen auch bereits Wirkung, wie Peter Schillinger bestätigte.

Auch bzgl. der Anwerbung von Kräften aus dem EU-Ausland und zum Potenzial von jungen Asylbewerbern wollten Rieger und Freudenstein die Erfahrungen aus der Praxis hören. Diese Jugendlichen in deutschen Betrieben auszubilden und zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen, ist keine einfache Gleichung, wie sie erfuhren, sondern ein komplexes Unterfangen. Vor allem mangelnde Sprachkenntnisse stellen die Azubis vor große Herausforderungen – und zwar weniger bei der praktischen Arbeit im Betrieb, sondern v.a. beim Verständnis der Prüfungsfragen in der Berufsschule, wie Ausbildungsberater Otto Pömmerl von der Handwerkskammer erklärte. Zudem spielen auch die soziale Betreuung und die Integration, z.B. über Vereine eine bedeutende Rolle, damit sich die jungen Nachwuchskräfte einleben können. Die Rekrutierung von Auszubildenden für Fachberufe aus dem fremdsprachigen Ausland zur Bekämpfung des Fachkräftemangels kann somit nur ein kleiner Baustein sein, ist aber nicht die Lösung für das gesamte Problem. Betriebe und Handwerkskammer wünschen sich daher eine breitere Berufsorientierung an allen allgemeinbildenden Schulen, auch an den Gymnasien. Der Kammerpräsident erwähnte hierbei ein Plädoyer, das die Handwerkskammer an die Vertreter der Politik, der Wirtschaft und Behörden versandt hat, um für eine systematisierte Berufsorientierung zu werben. Denn: In den nächsten zehn Jahren stehen allein in Niederbayern und der Oberpfalz rund 10.000 Betriebsübergaben an – und für die werden hervorragende Kräfte gebraucht.


Dr. Franz Rieger MdL

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